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Sucht Prävention erfolgreich realisieren  


Das Begegnungsbüro von SuPer Salzgitter e.V. befindet sich in einem der Brennpunkte in Salzgitter-Lebenstedt. Die Räumlichkeiten sind von der TAG Wohnen zu diesem Zweck hergerichtet worden. Zudem unterstützt die TAG Wohnen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit mit Flyer oder Plakaten.
Die Caritas Salzgitter unterstützt professionell die Beratungs- und Präventionsarbeit des Vereins durch regelmäßige Treffen, Unterstützung bei der Mittelakquise und logistische Hilfe, möchte die Caritas Salzgitter die gute Qualität dauerhaft gewährleisten und unterstützen.

Es ist für Betroffene, Hilfesuchende, Mieterinnen und Mieter sowie Angehörige wichtig, dass sie ortsnah eine Anlaufstelle haben. Die sie mit Bus und auch zu Fuß gut erreichen können. Nicht jeder hat die Möglichkeit mit dem Auto zu kommen. Die meisten besitzen nicht mal einen Führerschein.
Die Ortsnähe ist auch für die Umsetzung und Möglichkeiten eines direkten, vor allem schnellen Kontakts wichtig. Denn das Durchhaltevermögen um zu jedem Gespräch nach BS, WF oder GS zu fahren steht den meisten nicht im Sinn und ist für den Betroffenen meist abschreckend, gerade wenn er auf öffentliche Verkehrsmittel wie Zug angewiesen ist.
Besonders wichtig ist auch die Niederschwelligkeit, die SuPer Salzgitter e.V. anbietet. Bei uns gibt es keine Voraussetzung clean oder komplett nüchtern vorzusprechen. Wir stempeln niemanden ab oder verlangen von den Betroffenen, einen Vertrag zu unterzeichnen, in dem sie allen Übel abschwören. Jeder, der einfach erstmal nur reden möchte, ein Schwätzchen bei einem heißen Kaffee oder aber einfach nur mal jemanden um sich haben möchte, ist herzlich willkommen.
Unsere Anlaufstelle ist für jeden zugänglich! Ob Betroffene, Angehörige oder Interessierte.
Wir bieten Diskretion, niemand wird abschätzig oder minderwertig behandelt. Oder bekommt einen Stempel aufgedrückt.

Alle Menschen haben Sorgen, Probleme und Ängste. Egal welche Schicht, Altersklasse oder Hautfarbe. Man muss jedem die Möglichkeit geben gehört zu werden.

Denn Prävention muss gezielt und früh angesetzt werden, um Menschen möglichst früh zu erreichen.

Suchtprävention zielt darauf ab, den mit dem schädlichen Gebrauch von legalen und illegalen Substanzen verbundenen sozialen und persönlichen Schäden vorzubeugen, sowie auch vorzeitige Todesfälle zu verhindern.
Suchtprävention ist eine Querschnittaufgabe (ressortübergreifend) und bedient sich sowohl personalkommunikativer als auch an den gesellschaftlichen Strukturen ansetzender Konzepte.
Suchtprävention arbeitet zielorientiert und zielgruppenspezifisch. Das bedeutet, dass bei der Definition der Ziele und der Wahl geeigneter Maßnahmen zu deren Erreichung sehr genau die Situation und die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe berücksichtigt werden. 50-70 Besucher mtl. in unserer mit der TAG Wohnen neugeschaffenen Einrichtung zeigt den Bedarf im Stadtteil. Eine RTL2-Sendung hat diesbezüglich im September 2018 für großes Aufsehen gesorgt. Der Stadtteil wurde völlig überzeichnet als sozial auffällig dargestellt. Die Wirkung war bundesweit und hat Salzgitter insgesamt verunglimpft bzw. im Image geschadet. Letztlich ist dieses Projekt auch eine Antwort auf die Medienberichterstattung, schwer erträglich nachzuverfolgen unter:

https://www.rtl2.de/sendung/hartz-und-herzlich/.../folge-20-salzgitter-lebenstedt-1
oder
https://www.rtl2.de/sendung/hartz-und-herzlich/folge/folge-21-salzgitter-lebenstedt-2
oder
https://www.rtl2.de/sendung/hartz-und-herzlich/.../folge-22-salzgitter-lebenstedt-3

Gegenrede unter:

https://regionalsalzgitter.de/rtl-ii-doku-an-respektlosigkeit-nicht-zu-ueberbieten

Unsere suchtpräventiven Maßnahmen sind ein Gegenentwurf zu der in den o.g. Medien verbreiteten Darstellung von Salzgitter und richten sich zum einen an Menschen, die entweder noch gar keine Konsumerfahrungen haben oder bereits über Konsumerfahrungen verfügen, die jedoch noch keine manifesten Symptome einer Abhängigkeit aufweisen. Im Sinne der Suchtprävention als einer gesamtgesellschaftlichen Querschnittaufgabe richtet sie sich mit ihren Maßnahmen zum anderen aber auch an diejenigen, die aufgrund ihrer Bezüge und Funktionen Einfluss auf das Verhalten von Menschen mit potenziellen und faktischen Konsumerfahrungen nehmen können.
Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir besuchen regelmäßig kostenlos Schulen, um Schüler und Schülerinnen über Drogenkonsum und seine Folgen aufzuklären. Wir bieten pro Klasse zwei Unterrichtsstunden an, in denen über legale und illegale Drogen aufgeklärt wird.

Der Verein besucht hauptsächlich die siebten bis zehnten Klassen, die Schüler sind dann zwischen zwölf und achtzehn Jahre alt. Die meisten Schüler haben in diesem Alter noch wenig Kontakt zu Drogen und sind meist recht unbedarft. Am Anfang ginge es aber erst einmal darum, einen Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen und das Eis zu brechen. Viele Schüler sind skeptisch, aber auch neugierig auf uns. 

In der ersten Stunde geht der Vereinsvorsitzende von SuPer Salzgitter, Gianluca Calabrese, zunächst auf die legalen Drogen wie Nikotin, Alkohol, Schnüffelstoffe, Koffein und Medikamente ein, in der zweiten Stunde werden die illegalen Drogen wie Cannabis, synthetische Drogen oder Opiate thematisiert. Calabrese versucht, die Kinder einzubeziehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Er bringt dabei hautnahe Beispiele, die interessant sind und die man gut nachvollziehen kann. Wenn man das Ganze etwas lockerer aufzieht und aus dem erlebten eines Exbetroffenen berichtet, funktioniert das ganz gut.
Gemeinsam wird dann erarbeitet, was ab welchem Alter erlaubt und was verboten ist. Auch die Gefahren werden thematisiert. So spricht Gianluca Calabrese etwa ganz gezielt das Strecken von illegalen Drogen und die damit verbundenen Risiken an: „Ich mache ganz deutlich, dass man nie wissen kann, was in den Drogen alles enthalten ist. Calabrese und der Verein möchten erreichen, dass die Schüler kritischer und sensibler mit Drogen umgehen, wohl wissend, dass Jugendliche in dem Alter gerne mal etwas Verbotenes tun oder etwas ausprobieren möchten. Ein Thema, das nach wie vor aktuell ist und von Calabrese ebenfalls bewusst angesprochen wird, sind K.o.-Tropfen: Diese werden meistens jungen Frauen in Diskotheken oder auf Feten heimlich in die Getränke gemischt, um sie willenlos zu machen. Die Tropfen sind geruchs- und geschmacklos und machen denjenigen, der sie zu sich nimmt, zum wehrlosen Opfer. Die jungen Frauen werden von den Tätern im Anschluss sexuell missbraucht, vergewaltigt oder ausgeraubt. Sie können sich durch die verabreichten Drogen im Nachhinein an nichts erinnern. Suchtvorbeugung ist für Gianluca Calabrese eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe; jeder einzelne hat Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Kinder und Jugendliche vor Abhängigkeit geschützt werden. Ein Diskussionspunkt ist dabei immer wieder die gesetzlichen Bestimmungen bei der Abgabe von Alkohol an Jugendliche und dass mehr darauf geachtet werden muss, dass Alkohol nicht an Minderjährige abgegeben wird.

Projektziele

Aufklärende niederschwellige Präventionsarbeit, drogengebrauchende Menschen direkt zu erreichen, Selbsthilfeorganisationsressourcen zu fördern, Safer-Use-Strategien selbstpräventiv zu stärken, ergänzende, verbindliche Hilfen wie Substitutions-, Entzugsplatz- und ambulante Betreuungs- sowie stationäre Therapiezugänge zu vermitteln sowie Problemmassierungen in der Öffentlichkeit wie offenes Konsumgeschehen, Spritzenfunde, Szeneansammlungen zu minimieren.
Hinsichtlich der Umsetzung niedrigschwelliger, akzeptanzorientierter Drogenhilfe sind weitere qualitative Orientierungsstandards bedeutsam:

• Akzeptanz des Rechts auf Autonomie mit und ohne Drogengebrauch;
• Wahrung und Schutz der Menschenwürde
• Gelassenheit gegenüber der dynamischen und auch diskontinuierlichen Entwicklungsmöglichkeit auch bei zwanghaft und exzessiv Gebrauchenden
• Verzicht auf den helfenden Appell zur sofortigen Verhaltensänderung und auf übermäßige Strukturierung des Kontaktverlaufes
• Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts von Drogengebrauchenden bezüglich Intensität, Richtungsverlauf und Verbindlichkeit der Kontakte
• Akzeptanz von Drogengebrauchenden als Subjekte ihrer eigenen Entwicklung;
• Fachliche Herstellung eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Nähe und Distanz sowie Verzicht auf helferische Verantwortungsübernahme
• Fachliches Verständnis der bipolaren Berufsrolle (Kontrolle/Vertrauen)

Folgende Ziel- und Leistungskriterien einer niedrigschwelligen, akzeptanzorientierten Drogenhilfe lassen sich auflisten:

• -Überleben sichern
• -Gesundheitliche Stabilisierung
• -Verhinderung sozialer Desintegration
• -Psychosoziale Stabilisierung
• -Vermeidung dysfunktionale                                   Gebrauchsmuster und Minimierung des               Infektionsrisikos beim intravenösen                     Drogengebrauch
• -Vermittlung von Techniken des Safer Use
• -Unterstützung individueller Herauslösung            aus der Drogenszene und aus                                individuellen Abhängigkeitsstrukturen
• -Vermittlung direkter intermittierender                  Unterstützungen (Beratung, Betreuung,                Versorgung) und in weiterführende                      ambulante und/oder stationäre                              suchttherapeutische Hilfen
• -Reduzierung der Belastung der Öffentlichkeit durch konsumbezogene Verhaltensweisen (Spritzenfunde, öffentliches Konsumgeschehen