Suchtverhalten


Abhängigkeit

 

Als Sucht bezeichnet man im allgemeinen, das Verlangen nach einer bestimmten Handlung, was nicht zwingend die Einnahme einer Substanz sein muss. Gründe für die Entwicklung einer Sucht gibt es viele. Im allgemeine sind Personen mit psychischen Problemen und sozialen Kontaktschwierigkeiten besonders anfällig für Suchterscheinungen. In erster Linie gibt es dafür zwei Ursachen. Zum einen können viele - vor allem sedierende - Substanzen zu einer vorübergehenden innerlichen Lösung und Milderung von Depressionen führen, was die Bildung einer klassischen psychischen Abhängigkeit begünstigt.

Zum anderen ist nicht zu vergessen, dass eine Suchtauch eine gewisse Sicherheit gibt und somit unbewusst erwünscht sein kann. In diesem Fall spricht man von eine "Sucht nach der Sucht".

Suchterscheinungen können also für den Betroffenen auch - subjektiv bzw. unterbewusst -positive Aspekte aufweisen. Oft ist es auch Gruppenzwang der zur Bildung einer "sozialen Abhängigkeit" führt. Dabei ist der Begriff Abhängigkeit auch als direkte Abhängigkeit zu verstehen, da immer wieder soziale Kontakte allein auf die Einnahme verschiedener illegaler Substanzen zurückzuführen sind. Gerade Menschen, die sonst gewisse Kontaktprobleme haben, können durch das  gemeinsame Problem der Beschaffung und alle weiterer Dinge, die mit der Illegalität und der Einnahme verschiedener Drogen zusammenhängen, plötzlich ein vermeintlich loyales Umfeld gewinnen. Dass es sich dabei um Zweckfreundschaften handelt, wird meist verdrängt, sodass sich die betreffenden Personen - bewusst oder unbewusst - in eine Sucht steigern, die mitunter gar nicht in dem Ausmaß vorhanden ist, wie es den Anschein macht.

 

Psychische Abhängigkeit

 

Bezogen auf Drogen handelt es sich spätestens dann um eine psychische Abhängigkeit, wenn sich der Betroffene nur mehr nach der Einnahme eine bestimmten Substanz wohl fühlen kann. Eine besonders hohe Gefahr psychisch abhängig zu werden besteht bei allen Drogen die positiv in den Gemütszustand eingreifen. Die anfangs verbesserte Stimmung wird zunehmend zum Normalzustand und beim Nachlassen der Wirkung bleiben Depressionen und Ängste zurück, die durch eine neuerliche Einnahme wieder. Eine wichtige Komponente bei der psychischen Sucht ist das Wissen des Konsumenten, dass seine schlechte psychische Verfassung direkt auf das Nachlassen der Wirkung der von ihm eingenommene Droge zurückzuführen ist. Erfahrungen mit dem medizinischen Einsatz von Morphin haben gezeigt, dass sich das Absetzen nach einer reinen Schmerzbehandlung um ein vielfaches leichter gestaltet, als der Entzug nach rein hedonistischer Einnahme.

 

Physische Abhängigkeit

 

Eine physische bzw. körperliche Abhängigkeit liegt vor, wenn beim Absetzen eine Substanz körperliche Entzugserscheinung auftreten. Diese können vor allem Schwitzen, verschiedenste Schmerzen und Krämpfe sein. Grund für das Auftreten dieser Entzugserscheinungen sind körperliche Veränderungen, die bei wiederholter Einnahme verschiedener Substanzen eintreten können. Dabei lernt der Körper durch gewisse Gegenregulationsmechanismen mit der Intoxikation umzugehen. Folge ist, dass der Rausch immer mehr zum Normalzustand wird und beim Absetzten gewisse Empfindungen, die durch die Droge auf neurochemischem Weg unterdrückt werden, wie Schmerz oder Angst, vermehrt empfunden werden.

 

Suchtpotentiale

 

  • Zu einer körperlichen wie auch psychischen Abhängigkeit führen unter anderem alle Opiate, viele Schmerz- und Beruhigungsmittel und Alkohol.
  • Keine körperliche aber eine starke psychische Abhängigkeit lösen Kokain und Amphetamine aus.
  • Keine körperliche aber eine leichte bis mittelgradige psychische Abhängigkeit kann durch Einnahme von MDMA oder Cannabis entstehen.
  • Weder psychisch noch körperlich abhängig machen die Klassischen Halluzinogene LSD, Meskalin und Psilocin.
  • Achtung: Eine geringes Abhängigkeitspotential kann auch bei hoher allgemeiner Gefährlichkeit bestehen!

 

Woran erkennt man Drogenkonsum, Abhängigkeit und Sucht?

 

Abhängigkeit, und Sucht sind nicht von heute auf morgen vorhanden, sondern sie entwickeln sich teilweise sehr langsam und für Außenstehende zunächst oft unerkennbar. Sie gehen oft mit einer sozialen Ausgrenzung, Verwahrlosung und Verelendung sowie gesundheitlicher Auszehrung einher.

Besonders für eine frühzeitige Hilfe für die Betroffenen sind Erkennungsmerkmale des Drogenkonsums von Bedeutung.

 

Körperliche Erkennungszeichen:

  • Pupillenerweiterung bei Cannabis- oder LSD-Konsum
  • Pupillenverengung bei Opiatkonsum
  • Auszehrung, Gewichtsverlust bei Opiat- oder Kokainkonsum
  • schlechte Zähne als Folge mangelnder Hygiene
  • drogenspezifische Tätowierungen
  • Einstichstellen und Narbenbahnen sind sichere Erkennungsmerkmale für i.v.-Opiat- bzw. Heroinkonsum, bevorzugt in Ellenbeugen und an Unterarmen

 

 

Gegenstände, die Hinweise für Drogenkonsum sein können: 

  • Ton- oder Wasserpfeifen zum Rauchen von Haschisch
  • tabakähnliche, meist grüne Pflanzenteile (Marihuana)
  • süßlich riechende Harzbrocken (Haschisch)
  • Essigsäure, verrußte Löffel (zum Aufkochen von Morphinbase)
  • gefaltete Zellophan- oder Stanniolbriefchen mit braunen oder weißen Anhaftungen (Heroin)
  • Einmalspritzen, Gummischlauch bzw. Gürtel zum Abbinden des Armes (Opiate)