Ab sofort haben Drogenabhängige und deren Angehörige eine Anlaufstelle. Am Dienstagnachmittag eröffnete der Verein SuPer Salzgitter sein neues Kontaktcafé und Büro in der Reppnerschen Straße 39.

Werktags von 10 bis 18 Uhr ist die Wohnung mit mindestens einem Vereinsmitglied besetzt. „Wir sind eine niederschwellige Anlaufstelle für Menschen, die den Teufelskreis der Drogen entkommen wollen“, betont Vereinsvorsitzender Gianluca Calabrese. In seinem Netzwerk habe er unter anderem die Bewährungshilfe, Fachanwälte und Psychologen, die den Betroffenen schnelle Hilfe versprechen. „Denn wenn jemand sich entscheidet mit dem Drogenkonsum aufzuhören, dann ist es ihm egal, ob es Feierabend oder Wochenende ist. Es muss schnell gehandelt werden. Wir wollen ihm dabei unterstützen“, berichtet Calabrese.

Der Vorteil seines Vereins ist, so der Ex-Junkie, dass er Wege und Tricks aus dem Drogenmilieu rauszukommen kennt, die Beratungsstellen oft nicht sagen dürfen. „Beispielsweise wie muss man sich verhalten, um eine schnelle Aufnahme in einer Entzugsklinik zu bekommen. Denn das kann sich bis zu drei Wochen hinziehen“, so der Salzgitteraner. Drogenabhängige, Angehörige, Schüler und andere Interessenten finden im Büro in Lebenstedt jede Menge Informationen in Sachen Sucht- und Gewaltprävention. Vorher beriet Calabrese und sein Team im privaten Schrebergarten an der Swindonstraße oder zu Hause. Das hat nun ein Ende. Ab sofort werden Gespräche in den hellen freundlichen Räumen angeboten. Einmal im Monat kommt die Schuldnerberatung „Wege aus der Verschuldung“ vorbei. Im Moment betreut das SuPer-Team 15 Betroffene, macht Workshops in den Berufsbildenden Schulen Fredenberg. Alle Angebote sind kostenfrei und ohne Mitgliedsbeiträge. Der Verein ist ausschließlich auf Spenden angewiesen. Umso erfreulicher, dass die TAG Wohnen die Räume mietfrei zur Verfügung stellt. „Wir schließen mit diesem Angebot eine Lücke unseres sozialen Engagements in der Stadt. Wir haben sechs Begegnungsstätten und diese Präventionsstelle in Salzgitter, um den Menschen in allen Lebenslagen Unterstützung zu bieten“, erzählt TAG-Verwalterin Juliane Bloy. Im Kontaktcafé können Drogenabhängige zusätzlich alte Spritzen gegen neue tauschen. Eine Wäscheausgabe für Wohnungslose gibt es zusätzlich.